Fachschafts-Zeitung
Nr. 3
Olten, 3 Min. Lesezeit
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“Wer profitiert - Schweiz oder EU?"
Wie stark profitiert die EU wirtschaftlich von der Schweiz? Eine Analyse von Arbeitskräften, Handelsbilanz und Geldflüssen.
Oft hören wir: „Die Schweiz ist auf die EU mehr angewiesen, als diese auf die Schweiz. Denn 60 Prozent ihrer Exporte wickelt sie mit der EU ab. Und ihren wirtschaftlichen Erfolg hat sie auch der Verzahnung mit der EU zu verdanken.“ Die Schlussfolgerung, die dann gezogen wird, lautet: wir müssen froh sein, wenn wir bei Verhandlungen mit der EU ein paar Zugeständnisse bekommen und dürfen diese nicht verärgern, denn wir sitzen am kürzeren Hebel. So denkt heute auch eine Mehrheit der Schweizer Politik. Eine Reihe von Zahlen zeigen aber auf, wie stark die EU von der Schweiz profitiert. Als erstes profitiert die EU von der Schweiz über die Arbeitsplätze, welche diese für Grenzgänger zur Ver-fügung stellt. Die Zahl dieser Grenzgänger überschritt im Jahr 2024 erstmals die Zahl von 400'000. So viele Menschen kommen also jeden Arbeitstag über die Grenze und verdienen in der Schweiz gutes Geld, um es dann in Deutschland, Frankreich, Italien oder Österreich auszu-geben. Die Zahl steigt von Jahr zu Jahr und im Jahr 2024 flossen auf diese Weise netto Arbeits-einkommen in die EU in der Höhe von 32 Milliarden CHF. Der Begriff „netto“ bezieht sich darauf, dass es auch wenige Schweizer gibt, die jeden Tag als Grenzgänger in der EU arbeiten. Deren Einkommen von etwa 3 Mrd. pro Jahr wurde deshalb von den Arbeitseinkommen der Grenzgän-ger aus der EU abgezogen. Dank den Grenzgängern fliessen somit über 30 Milliarden CHF pro Jahr netto in die EU. Doch das sind längst nicht die einzigen Nettogeldflüsse in die EU, welche die Schweiz mit ihrer grenz-überschreitenden wirtschaftlichen Tätigkeit …
Von Prof. Dr. Mathias BinswangerWeiterlesen →








